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Eine Eventreihe zu Intimität, Sexualität und BDSM in Innsbruck

KINKY?! 2026

About

Kinky!? ist eine nichtkommerzielle Erwachsenenbildungsreihe und lädt alle Interessierten Innsbrucks und Tirol dazu ein Sexualität, BDSM und queeren Feminismus als politische Praxis zu erforschen. Gemeinsam hinterfragen wir Heteronormativität, Diskriminierung sowie die Repression selbstbestimmter Lebensweisen.

Denn diese Themen sind keine privaten Angelegenheit, sondern gehen uns alle an!

Dabei stehen Einvernehmlichkeit (Konsens), klare Kommunikation und die Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen Personen im Mittelpunkt.

Kinky?! zielt darauf ab, Räume zu schaffen, in denen eine Vielfältigkeit an Bedürfnissen, Grenzen und sozialen Zusammenhängen sichtbar wird.

Auf was könnt ihr euch bei Kinky?! freuen?

Workshops, Panel Talks und Vorträge von Fachpersonen stellen einen niederschwelligen, zwanglosen Zugang zu Intimität, Shibari, Einvernehmlichkeit und Machtstrukturen her, mit dem Ziel Barrieren abzubauen.

Warum gibt es das Projekt Kinky?! ?

Sexualität ist kein rein privates Thema, sondern ein zentraler gesellschaftlicher Bereich, der über Zusammenhalt und Spaltung mitentscheidet. Sexuelle Befreiung und Selbstbestimmung gingen und gehen Hand in Hand mit der Gestaltung solidarischer Gesellschaften, denn sie erfordern intime und achtsame Aushandlungsprozesse, die Gemeinschaft stiften und Räume für Halt bieten. Das Gegenteil zeigt sich in aktuellen autoritären Entwicklungen: Vereinzelung und Zerstreuung gehen einher mit der Repression sexueller Selbstbestimmung, queerer und reproduktiver Rechte sowie rassistischen Ressentiments.

Im Zentrum steht die Überzeugung, dass informierte, einvernehmliche Interaktionen Voraussetzung für selbstbestimmte Sexualität sind. Wir hinterfragen gesellschaftliche Normen, die Sexualität definieren und ausgrenzen – „Wer darf was?“, „Wer darf wo stattfinden?“, „Wie kann Sexualität gelebt werden, ohne diskriminierende Machtstrukturen zu reproduzieren?“ – und wollen mit dem Projekt dazu beitragen, diese Machtverhältnisse zu erkennen und aufzubrechen.

Sexualität und Intimität sind zutiefst menschliche Themen, die alle Bereiche der Gesellschaft betreffen, unabhängig davon, wie Einzelpersonen diese ausleben wollen und können. Diese Themen sind nicht privat sondern eingebettet in gesellschaftliche (Macht-)strukturen. Kinky?! versteht Sexualität nicht nur als körperliche Praxis, sondern vielmehr als vielschichtige Begegnung, die mit Machtstrukturen, gesellschaftlichen Normen und persönlichen Bedürfnissen verwoben ist. Insbesondere Sexualitätsformen abseits heteronormativer, monogamer Vorstellungen sind häufig Gegenstand von Repression und Diskriminierung. Machtstrukturen wie Rassismus, Sexismus, Klassismus und Ableismus wirken direkt auf intime Begegnungen ein und erschweren einen offenen, selbstbestimmten Umgang.

Besonderer Fokus

Reflexion über Heteronormativität und kapitalistisch-patriarchale Prägungen und Rassifizierung von Sexualität als Machtsystem, das nur bestimmten Personen bestimmte Sexualitäten erlaubt.

Die Anerkennung persönlicher Wünsche und Grenzen als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt wird ins Zentrum gerückt. Dabei wollen wir auch Asexualität und gleichwertige Lebensweisen, die Sex nicht automatisch umfassen, hervorheben.

Warum heißt Kinky?! kinky?

Der Begriff „kinky“, ist ähnlich wie der Begriff queer ein Aneignungsbegriff, einen Begriff der ursprünglich abwertend benutzt wurde und von Communities umgewertet wurde. Mehr zu Begriffen findest du in unserem Glossar (im Aufbau).

Kinky?! möchte diese Themen über verschiedene Veranstaltungsformate aufgreifen und bearbeiten. Es soll ein Raum geschaffen werden, in dem die komplexen Dimensionen queer-feministisch reflektiert, hinterfragt und spielerisch erkundet werden können.

Kinky?! freut sich Teil von TKI Open Halten 2026 zu sein.

Ressourcen

Selbstverständnis (Kurzfassung)

Im Zentrum des Projekts steht die Überzeugung, dass informierte, einvernehmliche Interaktion Voraussetzung für selbstbestimmte Sexualität sind, welche nicht nur vom Individuum ausgeht, sondern auch von dem Handlungsumfeld und Machstrukturen. 

Wir versuchen bei Kinky?! möglichst diskriminierungssensible, accountable Räume für Sexuelle Bildung für möglichst viele Menschen zu ermöglichen. Wie in allen Gesellschaftsbereichen können verschiedene Diskriminierungsformen, Menschen an der Teilhabe hindern und Gewalt und Risiko bedeuten. Diskriminierungsformen und deren Auswirkungen sind miteinander verschränkt und verwoben, also intersektional verbunden. In unseren Events und Workshops versuchen wir gemeinsam temporäre Communities zu schaffen mit Menschen, die unterschiedliche Wissensstände und Erfahrungen haben. Es liegt in der Verantwortung von allen Anwesenden der Veranstaltungen diese Räume mit zu gestalten.

Hierfür haben wir einige Leitlinien für Interaktionen in unsere Events formuliert, orientiert an Accountable Spaces u.a. nach Elise Ahenkorah (2020). 

  1. Bitte unterbrich andere nicht.
  2. Höre aktiv zu, statt nur darauf zu warten zu sprechen. Nimm dir gerne etwas zu schreiben, um deine Gedanken festzuhalten.
  3. Achte auf deinen Gesprächszeit und bring dich ein wenn du dich wohlfühlst.
  4. Gib jeder Person ohne Druck die Möglichkeit zu sprechen.
  5. Mach dir klar, dass wir alle lernen. Wenn du etwas problematisches oder beleidigendes gesagt hast, entschuldige dich für dein Handeln oder deine Worte nicht für die Gefühle der betroffenen Person.
  6. Erkenne und nimm Reibung an, das bedeutet, dass verschiedene Ideen im Gespräch stattfinden dürfen und nicht, dass die Gruppe sich nicht versteht.
  7. Wenn Du einen Gedanken oder Idee einer Person wiederholst, drücke angemessene Anerkennung aus.
  8. Frag nach: Projiziere nicht oder nimm keine Dinge an von denen du nicht weißt, dass sie so sind.
  9. Sprich für dich selbst. Benutze „Ich“ – Botschaften und teile nicht ungefragt die Erlebnisse von anderen.
  10. Worte und Ton sind wichtig. Mach dir die Auswirkung deiner Worte bewusst, nicht nur deiner Absicht.
  11. Reflektiere über selbst über umsetzbare Maßnahmen, in deinem Alltag oder persönlichen Erfahrungen um ein besserer Ally zu werden, nachdem Du den Raum verlassen hast. Du kommst nicht weiter? Nutze verfügbare Informationen, aber bürde die Last der Aufklärung und Bildungsarbeit nicht anderen auf, insbesondere nicht denen aus marginalisierten Gruppen.
  12. Wenn Du als Ally an einer Community teilnimmst, lasse bitte Raum für benachteiligte und marginalisierte Gemeinschaften, damit diese ihre Erfahrungen teilen können.
  13. Organisiert in der jeweiligen Gruppe ob es noch weitere Richtlinien für eure Zeit zusammen braucht. (Ahenkorah 2020)
 

Weitere Rahmenbedingungen für unsere Veranstaltung

Consent in Interaktionen ist unverzichtbar. Den Anweisungen der Workshopleitenden Personen ist folgezuleisten. 

Wir tolerieren kein rassistisches, queerfeindliches, sexistisches, ableistisches, klassistisches, antisemitisches oder anderes diskriminierendes Verhalten. 

Wir behalten uns vor, communityschädliche Personen von Events auszuschließen und Menschen von Veranstaltungen zu verweisen, wenn sie diese Regeln missachten, sich respektlos und/oder übergriffig verhalten und/oder sich anderweitig schädigend der Gemeinschaft gegenüber verhält. Das dien nicht dazu, Menschen vorsätzlich auszuschließen, sondern eine Grundvoraussetzung, um unsere Veranstaltungen zu accountable Spaces zu machen. 

Wenn du dich unwohl fühlst, kannst du dich immer an eine Person aus dem Organisationsteam oder die Workshopleitenden wenden. Auch wenn wir uns in einem anderen Gespräch befinden, gehst du vor. Wir hören dir zu, ohne zu urteilen und können die Kommunikationen mit der/den anderen Personen übernehmen, wenn du das möchtest.

Ein detailliertes Selbstverständnis, Awarenesshinweise und Community Guidelines folgen. 

Gefördert durch das Land Tirol im Rahmen von TKI open